GARTEN GESCHICHTEN

GARTEN GESCHICHTEN

Geschichten von Gartenpächter für Gartenpächter

Geschichte von Frau Christine Antoni

Liebes Team,
Sie sind an mich herangetreten um meine Geschichte des Kleingartens, den ich schon seit über 50 Jahre habe, zu erzählen.
Den ersten Kontakt mit dem Kleingarten hatten wir schon bevor wir unseren Garten bekommen hatten.
Zu dieser Zeit hatte im Schlosspark der Herr Amtsbichler die Aufsicht und er versah seine Aufgabe sehr pflichtbewusst und so durften auch kleine aufgeweckte Kinder die Parkwege nicht verlassen,  das war natürlich für lebhafte Kinder nicht erbaulich.
So suchten wir einen Ausweg und da hat uns die liebe Frau Schweifer, die mit der ebenfalls lieben Frau Birkmayer, einen doppelten Kleingarten hatten, angeboten in ihren Garten zu kommen.
Damals gab es noch keine Wasserleitung und so musste das Gießwasser von dem Vereinsbrunnen geholt werden. Es gab einen Brunnen an dem Schloßrestaurantsküchengarten- Ecke Garten von Frau Giblay.
Die Mitbenutzung des Gartens war natürlich nur eine Zwischenlösung bis wir einen eigenen Garten, den wir natürlich gleich beantragt hatten, zugewiesen bekamen.
Da gab es dann den besagten Kleingarten der betagten Frau Giblay,  den die alte Dame nicht mehr bearbeiten konnte. Diesen  Garten wollte niemand haben, weil er ein großer Spitzgarten war. Uns hatte aber gerade diese außergewöhnliche Form des Gartens sehr gefallen und so entschlossen wir uns diesen Garten zu nehmen.
Frau Giblay hatte einen reinen Gemüsegarten mit drei herrlichen Obstbäumen.
Gleich beim Eingang einen Zwetschkenbaum, der die herrlichsten Zwetschken aller Zeiten hatte. Dann einen Gravensteiner Apfelbaum, der ebenfalls wunderbare, leider nicht lange lagerfähige Äpfel trug und einen Honigkriecherlbaum, der auch herrliche Früchte trug.
Die Ablöse des Gartens betrug S 2000;— , zur  damaligen Zeit, Ende der 60 er Jahre, Anfangs der. 70 er Jahre für eine junge Familie viel Geld, die damals gerade eine neue Wohnung am Eduard-Hartmann-Platz mit hoher Anzahlung, bezog.
Aber mit Elan und viel Freude wurde der Garten neu gestaltet.
Wir bauten den halben Garten mit Gemüse an und die andere Hälfte mit Rasen. Das  war zur damaligen Zeit gar nicht gerne gesehen und wir wurden auch böse angefeindet.
Blumen durften natürlich auch nicht fehlen.
Aber unser aufgeweckter Sohn hatte nun seine große Spielwiese mit Sandkiste und konnte sich nach Herzenslust austoben.
Langsam wurde die Rasenfläche  dann doch akzeptiert und es begannen einige Gartenbesitzer es uns gleichzutun.
Nach einiger Zeit kam dann die Wasserleitung, was natürlich eine große Erleichterung für den Anbau bedeutete.
Nach und nach kamen  dann in  unserem Garten die Bäume aus Altersgründen wieder weg und wir pflanzten statt dessen Brombeeren, Himbeeren und Stachelbeeren an. Auch zwei kleine Gartenteiche legten wir an und beobachteten das rege Leben darinnen.
So verging die herrliche Zeit in unserer kleinen Oase.
Und wenn in der Anlage eine große Aufgabe zu leisten war, war mein Mann immer zum Helfen zur Stelle. So wurde mit vereinten Kräften die Zaunanlage zum Tennisplatz errichtet. Auch Robert Behek war zur Stelle als es galt die , in sehr schlechtem Zustand befindliche IIASA – Mauer so gut es ging in einen halbwegs guten Zustand zu bringen.
Der Sohn wuchs raus, hatte andere Interessen und mein Mann verstarb leider viel zu früh. Da hatte ich nun den großen Garten für mich alleine mit der ganzen anstehenden Arbeit.
Aber da kam auch in den 2000 er Jahren der Strom in den Garten, das bedeutete eine große Erleichterung für anstehende Arbeiten.
Das Rasenmähen wurde einfacher und anstehende Arbeiten hatten dadurch Vorteile.
Da gestaltete ich den Garten um und entschloss mich ihn mit Rosen zu bepflanzen.
So entstand mein Rosengarten. Der zum Fronleichnam zur Schmückung des Altares beim Alten Schloss beitragen darf.
So genieße ich meinen Garten sehr und kann auf Generationen von Kleingartenvorständen zurücksehen.
Unter Obmann Herrn Matthias Wittig bekamen wir den Garten. Dann übernahm sein Sohn Herr Manfred Wittig  ( mein  Volksschulkollege )  die Leitung, von Herrn Wittig Jun. ging die Leitung an den Herrn Frieß.
Alle diese Vorstände waren immer sehr hilfsbereit und waren immer mit Rat und Tat stets zur Stelle.
So kam vor Kurzem der neue Vorstand mit Herrn David Rappold und seinem Team an die Leitung des Kleingartens. Die mit neuem Schwung und Elan die Arbeit in der Anlage versehen.
So hoffe ich, dass ich mein kleines Paradies noch recht lange genießen kann. Dazu tragen auch meine überaus netten und lieben Nachbarn und auch andere nette Gartenfreunde, bei.


Ihre glückliche Gartenbesitzerin
Christine Antoni